Urlaub in Las Vegas - Tag 10 von Nocturne zum Thema private void - So, 05.09.2010

Gestern machten wir einen Ausflug zum Hoover-Staudamm, der genau genommen eigentlich eine Staumauer ist. Aber Aufgrund dessen dass es im Englischen "Hoover Dam" heißt, wird es oft so ins Deutsche übersetzt.
Die Fahrt zum Hoover Dam führt über Boulder City, eine von den zwei Städten in Nevada in denen kein Glücksspiel erlaubt ist. Das liegt darin begründet, dass die Entstehung der Stadt Boulder City direkt mit dem Bau des Hoover Dam zusammen hängt. Als 1931 der Bau begonnen wurde, waren Tausende von Menschen nötig, die in der Nähe ihre Zelte aufschlugen. Aus dieser Siedlung wurde dann später die Stadt Boulder City. Nachdem im benachbarten Las Vegas 1925 die erste Glückspiellizenz vergeben wurde, zog es die Bauarbeiter des Hoover Dam in ihrer Freizeit vermehrt dorthin, was letztendlich auch ausschlaggebend dafür war, dass in den kommenden Jahren das Glücksspiel und der Bau der Casinos in Las Vegas boomte. Der Bau des Hoover Dam hatte also bereits schon in der Bauphase maßgeblichen Einfluss auf die Geschichte von Las Vegas.

Der Hoover Dam wurde im Black Canyon errichtet, durch den der Colorado River fließt, direkt an der Grenze zwischen Nevada und Arizona und ca. 50 km von Las Vegas entfernt. Durch die Errichtung der Staumauer wird der Colorado River angestaut, wodurch der Lake Mead entstand, der größte Stausee der USA. Heute nutzen sehr viele Amerikaner aus der Umgebung die Möglichkeit dort mit Booten herum zu fahren, in Boulder City existiert dafür ein reger Markt.
Die Staumauer des Hoover Dam ist 221 Meter hoch und wurde in nur 4 Jahren fertig gestellt. Sie wurde komplett und ausschließlich aus Beton gegossen. Heute dient der Hoover Dam neben der Erzeugung von Strom v.a. als Wasserlieferant für die angrenzenden Städte, insbesondere natürlich für Las Vegas. Las Vegas hat einen enormen Wasserbedarf, jedoch nicht aufgrund der Zahlreichen Hotels, Casinos und der Besucher. Das meiste Wasser in Las Vegas verbrauchen die künstlich angelegten Wiesen und dabei natürlich v.a. die Golfplätze. Diese müssen ständig bewässert werden, da sonst in diesem Klima gar kein Gras wachsen würde. Da aus dem angestauten Lake Mead politisch bedingt auch noch Kalifornien mit Wasser versorgt werden muss, führte das dazu, dass der Wasserstand des Lake Mead in den letzten Jahren kontinuierlich sank. Dies sah man sehr gut, als wir gestern dort ankamen.

Es waren ca. 42 Grad und es war genau zur Mittagszeit, als wir den Hoover Dam erreichten. Die Sonne schien unerbittlich auf uns herab, als wir das Auto abstellten und die Staumauer zu Fuss überquerten. Wenn man so direkt davor steht, muss ich zugeben, war ich schon ein klein wenig enttäuscht. Irgendwie hatte ich mir den Hoover Dam größer vorgestellt. Klar, er ist schon sehr beeindruckend und wenn man in der Mitte stehend nach unten schaut, dann geht das schon ganz schön tief hinab. Aber gerade aus dem was man aus dem Fernsehen kennt, hätte ich ihn mir noch ein klein wenig imposanter vorgestellt. Nun, wir haben ihn gesehen und er war es alle mal Wert.

Völlig durch geschwitzt, das Wasser lief nur so herunter, machten wir uns dann ca. 1 Stunde später wieder auf den Rückweg. Unser Fahrer setzte uns direkt am Flughafen ab, wo wir noch ein Ticket für einen Helikopter-Flug über Las Vegas hatten. Diesen Flug hatten wir aufgrund der Erkältung meiner Frau am Montag verschoben. Als wir drin saßen und der Rotor anlief konnte ich mir wieder nicht vorstellen wie das Ding fliegen soll. Ich kann mich noch gut dran erinnern, wie meine Hubschrauber die ich als Kind mit Lego-Steinen baute, immer genau an dieser Stelle versagten. Es rumpelte und dann hüpfte es und schließlich kippte es um. Zum Glück sind die Erfinder des Hubschraubers etwas schlauer gewesen. Nach dem rumpeln hob der Helikopter dann auch schon ab und schwebte nur wenige Meter über dem Boden. Dort flog er dann einige Meter, dreht nach links, drehte nach rechts (vermutlich ein Funktionstest) und dann ging es auch schon los. Erstaunlich ruhig und ohne größere Erschütterungen hoben wir ab. Der Flug selbst war mit 10 Minuten leider etwas kurz, doch es reichte um Las Vegas einmal komplett zu überfliegen. So gelangen noch einige schöne Luftaufnahmen der Casinos und wir sind einmal im Leben mit einem Hubschrauber geflogen, was auch recht cool war.

Am Abend holten wir uns ein Busticket und fuhren nach Downtown in die Fremont Street, dem ehemaligen Zentrum des Glücksspiels in Las Vegas. Hier entstanden damals die ersten heute noch existierenden Hotels und Casinos, wie zum Beispiel das Golden Nugget, das erste Hotel das von Anfang an als Casino konzipiert wurde. Im Golden Nugget ist ein riesiger 30 kg schwerer Goldklumpen ausgestellt, den einst Urlauber hier fanden. Jeder Besucher des Hotels kann sich das riesige Nugget hier kostenlos in der Lobby anschauen. Natürlich ließen wir uns dies nicht entgehen.

Im Binions Hotel kann sich jeder Besucher mit einer Million Dollar fotografieren lassen und einmal so tun, als hätte er im Casino abgeräumt. Das Geld ist in der Tat echt, liegt aber geschützt unter Glas zu einer Pyramide aufgestapelt. Beachtlich ist, dass sowohl das anschauen des Geldes, als auch das anschließende Foto absolut kostenlos sind. Man erhält sogar eine schöne Mappe dazu und in unserem Fall bekamen wir alles sogar doppelt, weil der Fotograf 2 mal abdrückte. Somit waren wir einmal im Leben für wenige Minuten und natürlich jedes Mal wieder, wenn wir uns die Bilder anschauen, Millionär. :)

Um der Abwanderung der Leute zum Strip mit seinen Mega-Resorts entgegen zu wirken, erbaute man vor einigen Jahren die Fremont Street Experience. Dazu baute man eine riesige Kuppel, die einen Teil der Fremont Street überdeckt und die zugleich einen riesigen Monitor darstellt. Immer zur vollen Stunde finden dann nach Einbruch der Dunkelheit Shows statt. Bei unserem Besuch war gerade ein 70er Jahre Special bei dem u.a. Musik von der Band Queen gespielt wurde und zugleich auf dem riesigen Monitor an der Kuppel, ein interessantes Video dazu lief. Wenn ein ganzer Straßenblock im Dunkeln liegt und nur von dem Monitor erhellt wird und dann "We Will Rock You" durch die Straßen schallt, dann hat das schon was. Und spätestens bei "We Are The Champions" konnte kein eingefleischter Amerikaner mehr an sich halten und war von der Stimmung völlig eingefangen. A propos Stimmung: diese ist wie ich finde in der Fremont Street ziemlich gut und nicht zu vergleichen mit dem Strip. In der Fremont Street kommt eine richtig gute Atmosphäre auf, alle sind gut drauf, es spielen Liveacts und der ein oder andere tanzt sogar. Am Strip hingegen dominieren ganz klar die Casinos das Geschehen und locken teils mit kostenlosen Shows wie z.B. "Sirens of TI". Der Besucher wird erschlagen von Geschäften und Shopping Malls, eines teurer und nobler wie das andere. Gucci, Versace, Rolex und wie sie alle heißen, sind hier alle vertreten. In der Fremont Street hingegen wird mehr auf Unterhaltung gesetzt, wozu der riesige LED-Monitor natürlich maßgeblich beiträgt.
Last but noch least: wir haben in der Fremont Street natürlich auch den Cowboy "Vegas Vic" gesehen, die wohl bekannteste Reklamefigur von Las Vegas. Damit hatten wir auch mal die Anfänge von Las Vegas erlebt.

Urlaub in Las Vegas - Tag 9