FritzBox 3170 hacken - Zugriff per Telnet (1) von Nocturne zum Thema Technology Research - Sa, 22.09.2007

Auch ich habe eine FritzBox und im Internet stößt man regelmäßg auf Seiten mit Informationen darüber, wie man seine FritzBox tunen, hacken und pimpen kann. Schon bald wurde mir klar, dass die FritzBox noch zu viel mehr fähig ist und dass es regelrecht dumm wäre, diese Dinge nicht zu nutzen.
Was mich als erstes verwirrte war, dass es dabei fast ausschließlich um die FritzBox 7170 bzw. die FritzBox Fon im Allgemeinen ging. Somit ging ich zunächst davon aus, dass nur bei den "Flaggschiffen" von AVM derartige Modifikationen möglich sind. Gestern abend packte es mich dann und ich googelte ein wenig, mit dem freudigen Ergebnis, dass scheinbar bei jeder FritzBox Modifikationen möglich sind. Meiner FritzBox 3170 fehlen zwar die Telefonanschlüsse, was der Konfiguration einige Möglichkeiten nimmt, aber auf anderen Wegen ist auch mit ihr alles möglich.

Wovon hier eigentlich die Rede ist

Ich habe noch längst nicht alle Möglichkeiten in Erfahrung bringen können, doch mit ein wenig Tuning ist die FritzBox in der Lage

  • bei Bedarf Computer im lokalen Netzwerk über das Internet zu starten und zu steuern.
  • als Least Cost Router stets die günstigsten Telefonvorwahlen automatisch zu wählen.
  • sich mit einer anderen FritzBox über das Internet per VPN zu verbinden und somit 2 örtlich getrennte lokale Netzwerke miteinander zu verschmelzen.
  • einen kleinen Webserver zu betreiben, der über das Internet permanent erreichbar erreichbar ist.

All dies ist jedoch nicht ohne ein bisschen Aufwand zu erreichen. Die FritzBox ist ein kompletter kleiner Computer mit Linux als Betriebssystem. Hat man sich erstmal Zugang zum Linux verschafft, lassen sich etliche Funktionen mit ein paar Änderungen in diversen Konfigurationsdateien und durch Aufspielen kleiner zusätzlicher Tools nachrüsten.

Daneben kursieren noch weitere kleine Tricks, die hingegen keinen Eingriff in die Innereien erfordern: so kann man gezielt Informationen die sonst nur über die Benutzeroberfläche der Box zugänglich sind extrahieren. Denkbar wäre z.B. sich seine aktuelle externe IP-Adresse permanent auf dem Desktop anzuzeigen oder für Benutzer ohne WLAN-Taster am Gehäuse, den Button aus dem FritzBox-Menü.

Eigentlich ist aufgrund der zahlreichen im Internet verfügbaren Informationen zu diesem Thema, dies hier überflüssig. Leider sind diese Informationen zum einen teilweise veraltet und nicht mehr 100%ig auf aktuelle Geräte anwendbar und zum anderen zuweilen auch etwas knapp gehalten. Da ich es stets ausführlich mag, gebe ich das auch gern an andere weiter. Alle die wie ich eine FritzBox 3170 mit der derzeit aktuellen Firmware-Version 49.04.34 besitzen, können alles sogar gleich 1 zu 1 umsetzen - ohne Überraschungen.

Hinweis: Bitte lesen Sie erst alles durch bevor Sie sich dazu entschließen, Änderungen an ihrer FritzBox vor zu nehmen. Die Änderungen sind nicht schwierig, aber auch nicht trivial und können unter Umständen die Funktionsfähigkeit der Fritzbox negativ beeinträchtigen! Ebenso erlischt die Garantie des Gerätes!

Telnet auf der FritzBox aktivieren

Um überhaupt erstmal Zugriff zur FritzBox zu bekommen und somit den Grundstein für weitere Modifikationen zu legen, muss der Telnet-Server der FritzBox aktiviert werden. Telnet ermöglicht den Zugriff auf das Dateisystem mittels Kommandozeile. Bei der FritzBox 3170 geht das Aktivieren des Telnet-Dienstes am einfachsten über ein modifiziertes Firmware-Update. Dabei bleibt die Firmware im großen und ganzen unverändert. Statt eine Firmware zu installieren, wird ein Script ausgeführt welches die debug.cfg - eine der Konfigurationsdateien der FritzBox - manipuliert. Diese Datei wird immer beim Start der FritzBox ausgeführt und bleibt bislang bei Firmware-Updates unverändert. Ideal also für den Befehl, den Telnet-Server zu starten. Um genau diesen Befehl erweitert das Pseudo-Firmware-Update die Datei debug.cfg.

Schritt für Schritt:

  1. manipuliertes Pseudo-Firmware-Update herunterladen:

    Auf dieser Seite kann man sich speziell für seine Firmware das passende Firmware-Image erstellen lassen:
    • aktuelle Firmware-Version der FritzBox eingeben
    • Ich möchte einen oder mehrere Mods installieren wählen
    • nur Telnet aktivieren auswählen
    • im letzten Schritt vorzugsweise Ich möchte bereits installierte Mods nicht behalten wählen
    • Pseudo-Update erstellen klicken
  2. Firmware einspielen

    Nun kann man sich über den Browser ganz normal auf der FritzBox einloggen und anschließend zu Einstellungen --> System --> Firmware-Update navigieren. Nun über den Reiter Firmware-Datei das zuvor herunter geladene Pseudo-Image auswählen und einspielen. Drücken Sie den Button Update starten und warten sie einen Augenblick. Die FritzBox erkennt nach kurzer Zeit, dass die Datei keine von AVM freigegebene Firmware enthält und rät zum Abbrechen. Nach einem Klick auf "Update fortsetzen" werden die Änderungen in der debug.cfg vorgenommen. Die FritzBox startet anschließend neu. Ab sofort prangt im Browserinterface auch ein Hinweis, dass an der FritzBox "nicht unterstützte Änderungen durchgeführt" worden sind.
  3. Zugriff per Telnet

    Wenn das Einspielen des Firmware-Images erfolgreich verlaufen ist, kann man sich nun auf der FritzBox einloggen. Dazu einfach die Kommandozeile von Windows öffnen und telnet 192.168.178.1 eingeben (Die IP-Adresse der FritzBox kann natürlich in jedem Fall variieren). Wenn sich anschließend die FritzBox mit einem
    Fritz!Box web password:
    meldet, hat alles geklappt. Das Passwort ist das gleiche wie für das Browserinterface.

Damit ist der Weg nun frei für diverse Modifikationen. Ich plane auf jeden Fall die Implementierung von Wake on LAN über die FritzBox sowie die Einrichtung eines VPN-Servers.

to be continued...

zuletzt geändert am 24.09.2007

FritzBox 3170 hacken - Zugriff per FTP (2)