Tag 300 - Heiligabend von Nocturne zum Thema Nichtraucher Tagebuch - Mo, 24.12.2007

Eines der schönsten Weihnachtsgeschenke habe ich mir heute selbst bereitet: vor genau 300 Tagen rauchte ich meine letzte Zigarette. Es war ebenfalls ein Montag und als ich in jener Nacht zum Dienstag meine "Gute Nacht Kippe" ausdrückte, ahnte ich noch nicht, dass es das letzte Mal sein sollte.

300 Tage später, so wie es der numerische Zufall will, ist Heiligabend und während alle um den Christbaum beieinander sitzen und ihre Geschenke überreichen, beschenke ich mich selbst mit dieser Zahl. Ja dieses Weihnachten ist nahezu alles anders: es ist das erste Weihnachten, wo ich Heiligabend nicht bei meinen Eltern bin. Stattdessen waren wir ausschließlich bei meinen (zukünftigen) Schwiegereltern. Anschließend fuhren wir nach Hause, in unser eigenes Heim, welches ich dieses Jahr gemeinsam mit meiner Freundin bezogen hatte. Meine Eltern besuchen wir dann morgen, am ersten Weihnachtsfeiertag. Darüber hinaus war es das erste Weihnachten seitdem ich denken kann, an dem ich nicht in der Kirche war. Ich bin wie all die anderen "U-Boot Christen" - die immer nur zu Weihnachten auftauchen - auch, die letzten Jahre nicht mehr aus Überzeugung, sondern mehr aus Tradition in die Kirche gegangen. Es war somit auch viel mehr der Trieb, alte Bekannte wieder zu treffen, denn zu Weihnachten findet sich auf dem Lande wieder alles und jeder zusammen. Dies fehlt nun und somit auch der Reiz in die Kirche zu gehen. Wäre ich heute hier in dieser "fremden" Stadt in die Kirche gegangen, dann nur, um im Nachhinein kein schlechtes Gewissen zu haben und das Interesse am Krippenspiel hätte als Scheingrund herhalten müssen. Doch etwas Negatives hat es dennoch: in der Vergangenheit kam die weihnachtliche Stimmung, dieses anheimelnde Gefühl, immer erst in der Kirche in mir auf. Wenn ein jeder versucht gemeinsam "Stille Nacht, Heilige Nacht" zu singen und man selbst nicht weiß in welcher Tonlage man versuchen soll mit dem Rest mit zu halten. Und so kommt es, dass es bislang insgesamt betrachtet vielleicht ein eher ernüchterndes Weihnachten ist. Doch der Umstand, dass es heute bereits 300 Tage her ist, dass ich meine letzte Kippe geraucht habe, lässt das wieder vergessen. Damit auch wieder zurück zum Thema.

Es war Silvester 2006, wo ich mir wie die Silvester der Jahre zuvor auch, vorgenommen hatte, mit dem Rauchen aufzuhören. Doch letztes Silvester war etwas anders. Die Jahre zuvor hatte ich zu mir selbst gesagt, dass ich irgendwann damit aufhören will. Letztes Jahr hingegen sagte ich zu mir, dass ich mir einen konkreten Plan machen werde, dass ich einen Tag festlege, der mein letzter werden soll und dass ich es dieses Jahr wenigstens versuchen würde. Tja letztendlich hörte ich auf, noch bevor dieser Tag X festgelegt wurde und ich bin froh, dass ich es soweit geschafft habe. Eigentlich ist es ja auch ganz einfach ... wie bereits schon einmal erwähnt im Tagebuch, muss man ja lediglich eine bestimmte Tätigkeit nicht tun

Und dieses Silvester? Was ich mir dieses Jahr für 2008 vornehmen werde, kann ich noch nicht sagen. Aber dieses Jahr wird Silvester auch etwas Besonderes werden, denn alle Leute mit denen wir zusammen feiern wohnen nun alle nahe beieinander, niemand muss fahren und jeder kann in seinem Bettchen schlafen. Somit gibt es für dieses Jahr absolut keine Ausreden mehr für die Trunkenheit Auch wird es dieses Jahr ungewöhnlich sein, die Böller, Raketen und sonstigen Spielereien mit einem gewöhnlichen Feuerzeug anzünden zu müssen. Man hatte sich schnell an die Bequemlichkeit gewöhnt, die Lunte jeweils mit einer glühenden Zigarette zu entzünden, während die anderen im Wind versuchten eine Flamme ausreichend lang entfacht zu halten, spätestens nachdem alle Wunderkerzen aufgebraucht waren.

Und noch etwas ist anders: es wird der erste Winter seit Jahren, an dem ich mir nicht aufgrund dieses Lasters die Pfoten abfrieren werde. Was hat man sich doch manchmal gequält ... Handschuhe halfen zwar gegen die Kälte, aber spätestens nach der Hälfte der Zigarette war es klüger, den Handschuh aus zu ziehen, um diesen nicht unbeabsichtigt zu entzünden. Das führte dazu, dass auch der andere Handschuh ausgezogen wurde, schließlich war es zu kalt für eine Hand, sodass zyklisch die Hand gewechselt wurde, während sich die andere kurz aufwärmen konnte. Nun hat eine Kippe ja die wunderbare Eigenschaft Wärme zu produzieren und so lag es nahe, sich Gedanken darum zu machen, wie man diese Wärme, den Händen zuführen konnte, ohne sich gleich zu verbrennen. Und auch dafür fand ich eine Lösung: ich steckte die Zigarette verkehrt herum zwischen Zeige- und Mittelfinger, sodass das glühende Ende zur Handfläche zeigte. Mit der anderen Hand formte ich eine Kugel so, dass beide Hände die Zigarette umschlossen. Indem man die Hände enger um den Glimmstängel schloss, konnte man die Wärmeaufnahme recht gut regulieren. Nur Rauchen ließ es sich so etwas schlecht *g*

Nun ja, dieses Jahr wird dies kein Thema mehr für mich sein und ich bin zuversichtlich, dass ich zu Silvester dieses Jahres mit Freude verkünden kann, den Vorsatz aus dem letzten Jahr erfolgreich in die Tat umgesetzt zu haben. In diesem Sinne: auf zum nächsten Meilenstein in 65 Tagen!

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