2. Jahrestag von Nocturne zum Thema Nichtraucher Tagebuch - Fr, 27.02.2009

Es ist jetzt nahezu auf die Minute genau 2 Jahre her, als ich meine letzte Zigarette rauchte. Dass es seit 1 Jahr keine News an dieser Stelle gab bedeutet nicht, dass ich rückfällig geworden bin. Ganz im Gegenteil: Rauchen ist für mich einfach kein Thema mehr. Wie bereits in den letzten Beiträgen geschrieben, denke ich praktisch nicht mehr an Zigaretten. Zumindest kaum häufiger als an andere Drogen. Von einem Bedürfnis nach einer Kippe kann auch keine Rede mehr sein, nicht einmal nur für einen kurzen Augenblick. Spätestens jetzt bin ich mir sicher es geschafft zu haben und ich bin nach wie vor stolz auf mich.

Ich habe kein Problem, wenn in meiner unmittelbaren Gegenwart gequalmt wird. Sensibilisiert bin ich aber gegenüber dem blauen Dunst: wenn ich bei jemandem im Auto mitfahre so rauche ich gern passiv mit solange mir der Qualm nicht direkt ins Gesicht geblasen wird. Dann reizt es schon mal meine Schleimhäute und ich muss mich räuspern. Ich sehe das jedoch als positiven Aspekt, denn ich frage mich wie ich sowas damals nur freiwillig inhalieren konnte.

Letztens unterhielt ich mich mit einem alten Schulfreund, als wir darauf zu sprechen kamen wie eigentlich alles angefangen hatte. An die erste Zigarette wird sich vermutlich jeder Raucher sehr gut erinnern können. Würde man ihn dann danach fragen, so würde er sicherlich auch bestätigen, dass die ersten Züge nur unter erheblichem Husten möglich waren. Es bleibt also die Frage: was bringt einen dazu sich so ein Gift reinzuziehen, während der Körper eindeutig signalisiert "Stopp, das ist nicht gut" ?
Als Kind macht man ja genauso die "Heiße-Herdplatte-Erfahrung". Man stellt fest dass es heiß ist und zieht reflexartig die Hand von der Herdplatte. Eine Lektion für's Leben. Was also ist der Grund dafür, weshalb man bei der ersten Zigarette nicht den selben bestimmten Entschluss fasst? Nennen wir es Gruppenzwang und hoffen wir, dass es nicht irgendwann cool ist sich die Hände zu verbrennen

Was auch immer der Grund gewesen sein mag, weshalb ich damals mit dem Rauchen anfing, Gründe damit auf zu hören hatte ich damals genauso wie heute. Ich bin nach wie vor froh dass ich nicht mehr abhängig bin und dass ich mir das Geld von mittlerweile ca. 1600,- Euro für über 17.000 Kippen sparen konnte. Im Nachhinein bin ich auch froh darüber nicht mehr zu stinken, was ich früher ja gar nicht wahrgenommen hatte. Heute könnte ich mich schon manchmal fast bekotzen wenn ein frisch geräucherter in meiner Nähe ist - manches Kraut ist einfach furchtbar. Jetzt merkt man erstmal was man seinen Mitmenschen damals so zugemutet hat. Tja und nach 2 Jahren bin ich nun auch der Meinung, dass meine Ausdauer doch zugenommen hat. Wenn ich von Arbeit komme, sprinte ich mittlerweile das Treppenhaus hinauf wie es damals absolut undenkbar gewesen wäre. Das ist meine tägliche Bestätigung.

Ich hoffe dass ich in 365 Tagen den nächsten Eintrag hier machen kann und dass ich bis dahin keine Dummheit begangen habe. Leider hat einer meiner Arbeitskollegen, der gut einen Monat vor mir aufgehört hatte, genau diese Dummheit vor wenigen Wochen begangen. Er meint zwar, dass er nur wenig raucht, aber machen wir uns nichts vor: er ist rückfällig geworden und erklären kann er es sich natürlich nicht. Irgendwie beunruhigend zumal wir uns damals beide gegenseitig Mut zu sprachen.

Als Rückschlag muss ich jedoch zugestehen, dass ich die sportlichen Betätigungen die ich in den ersten Monaten nach dem Rauchstopp unternahm, mittlerweile leider wieder eingestellt habe. Das Schwimmen hatte mir schon Spass gemacht, doch zu den Zeiten wo ich Zeit hatte war das Schwimmbad dann am Ende leider nur noch überfüllt was nur noch frustete. Im Sommer musste ich nahezu komplett verzichten, da das Freibad entweder saukalt oder ebenfalls überfüllt ist um in Ruhe seine Bahnen zu ziehen.
Auch die gesunde Ernährung habe ich stark zurück gefahren. Zwar esse ich jetzt wieder mehr Brot (Vollkorn statt Toast) und weniger Fast-Food aber gerade Obst müsste ich wieder regelmäßiger essen. Na mal schauen.

Tag 365