Der gestrige Tag war so lang und anstrengend, dass ich erst heute früh dazu komme die Ereignisse fest zu halten. In aller Frühe ging es gestern Morgen wieder mit dem Shuttlebus zurück zum Flughafen. Diesmal fanden wir uns schon besser zurecht. Direkt am Eingang stehen diese großen Tafeln mit den Abflugzeiten, auf die sollte man sich jedoch nicht all zu sehr verlassen, da sich dort scheinbar gern mal Tippfehler einschleichen. So lautete unsere Flugnummer einmal anders, ein anderes Mal hieß es nicht "Las Vegas" sondern "Mas Vegas". Im Zweifelsfall also lieber auch nochmal mit einer Tafel eines anderen Eingangs vergleichen.
Da wir unser Gepäck schon am Vorabend eingecheckt hatten, konnten wir direkt zum Gate durchgehen. Dort ging es dann recht schnell, es genügte das Vorzeigen der Tickets. Dann ging es weiter zur Sicherheitskontrolle, wo wir das Handgepäck und alles was wir bei uns führten auf's Band legen mussten. Bei mir piepte der Scanner anschließend glücklicherweise nicht beim Hindurchtreten. So blieb mir eine eingehende Leibesvisitation zum Glück erspart. Der Typ hinter uns hatte da nicht so viel Glück.
Anschließend ging es im Sicherheitsbereich weiter zum Gate, wo wir dann nach ca. 1 Stunde Warten dann schließlich auch das Flugzeug betreten konnten.
Der anschließende Flug war dann leider die absolute Hölle. Nicht aufgrund von Turbulenzen oder Unwohlsein, obwohl mir echt übel wurde, wenn der Pilot eine Kurve flog. Der Flug dauerte 11,5 Stunden und direkt vor uns saß eine amerikanische Familie mit Kindern, etwa im Alter von 3 bis 5 Jahren. Auch noch Mami machte ihrem Klischee alle Ehre und futterte ununterbrochen: Chips, geräucherter Speck, Schokolade und andere Süßigkeiten in einer Tour. Sie hörte damit eigentlich nur für den Moment auf, wo Essen vom Flugpersonal verteilt wurde zuletzt als sie sich wie Clown Ferdinand geschminkt hat. Auch die Kinder wurden damit gefüttert, reichlich Zucker bedeutet reichlich Energie. Entsprechend aufgedreht waren die dann auch nach kurzer Zeit. Und natürlich können sich Kinder in dem Alter noch keine 11 Stunden selbst beschäftigen, Langeweile machte sich breit. Das ganze endete im Übermut und ich war noch nie so froh dass irgendwas zu Ende war. Na gut, vom Besuch beim Zahnarzt vielleicht mal abgesehen.
In Las Vegas gelandet, zog sich der Himmel zu und das Wetter verschlechterte sich. Kein gutes Zeichen. Trotzdem, waren es gut 40 Grad und bereits kurze Zeit später schien schon wieder die Sonne. Nachdem wir dann unser Gepäck erhalten hatten, ging wieder die Suche nach dem Shuttlebus zum Hotel los. Wie sich letztendlich heraus stellte mussten wir dazu aus der Ankunftshalle raus und in eine andere nebenan. Da stand dann ein Info-Schalter für die "GrayLine" Busse.
Auf der Fahrt zum Hotel lernten wir sogleich die vielfach beschriebene amerikanische Freundlichkeit kennen. Eine wildfremde Frau fragte uns wo wir her kamen und erzählte uns, dass ihre Tochter vor kurzem auch für 2 Wochen in Deutschland war. Es war ein kurzes aber sehr nettes Gespräch. In Deutschland absolut unvorstellbar, da wird man als Ausländer vermutlich bestenfalls schräg angeguckt.
Am Hotel Mirage angekommen begrüßte uns sogleich ein Page, der unsere Koffer entgegen nahm. Er gab uns einen Zettel mit einer Nummer, die wir vom Zimmer aus wählen sollten, dann würde uns unser Gepäck aufs Zimmer gebracht. Obwohl mir die Sache zunächst etwas komisch erschien, ließen wir uns ohne darüber nach zu denken darauf ein. Es ist immerhin das Mirage und kein 0815-Hotel. Dann betraten wir das Hotel. In der riesigen Lobby dann Hunderte von Spielautomaten und Spieltischen, ganz so wie man es aus dem Fernsehen kennt. Der Check-In verlief schnell und unkompliziert, der anschließende Weg zu den Fahrstühlen führte direkt vorbei an den Spielautomaten. Wir mussten quasi quer durchs gesamte Casino. Gut dass wir das Gepäck nicht mit uns rum schleppen mussten. Das Hotel ist so groß, dass es verschiedene Aufzüge für verschiedene Etagen gibt. Nachdem wir den richtigen Aufzug gefunden hatten, waren wir dann endlich am Ziel angekommen. Müde und erschöpft betraten wir unser Zimmer. Kaum war die Tür offen, traf mich fast der Schlag: das Hotelzimmer ist der pure Luxus. Normalerweise kommt man in ein Hotelzimmer rein und sieht einen längeren schmalen Gang vor sich. Nicht so hier. Hier kommt man rein und hat den Eindruck seine eigene Wohnung zu betreten. Kein schmaler Gang, alles groß, weitläufig und nobel. Als Highlights können definitiv das Marmor-Bad, der 42-Zoll LCD HD-Fernseher, der begehbare Kleiderschrank sowie das Kingsize-Bett genannt werden. Selbst verständlich gibt es (hoffentlich auch wirklich) kostenlos Internet auf dem Zimmer. Jap, das sind 5 Sterne, das gefällt. :)
Es war ca. 16 Uhr Ortszeit und wir waren total fertig. Schließlich war es in der Heimat schon 1 Uhr früh. Doch du kannst ja hier in Las Vegas um diese Zeit noch nicht schlafen gehen. Um diese Zeit erwacht die Stadt gerade mal. Vormittags schläft hier alles, erst am Abend wird sie lebendig. Da wir großen Durst und auch etwas Hunger hatten, beschlossen wir kurz den Strip entlang zu gehen und etwas Verpflegung zu suchen. Es war sehr schwer etwas zu finden, das kein Fastfood ist. Nach ca. 1 km fanden wir einen kleinen Laden, der neben Drogerieartikeln auch ein paar Lebensmittel im Angebot hatte. Dort kauften wir ein paar Äpfel, Bananen und eine Tüte Gummibären sowie etwas zu trinken.
Mittlerweile war es schon dunkel geworden uns wir bekamen auf dem Rückweg einen ersten Eindruck vom Nachtleben in Las Vegas. Überall waren Menschen. Wir kämpften uns mit unserem Einkauf wieder zurück zum Hotel und fielen kurze Zeit später todmüde gegen 21 Uhr Ortszeit ins Bett.
Heute ist Freitag der 27. August. Es ist kurz nach 6 Uhr Morgens und aufgrund der langen Nacht muss ich einfach aufstehen. Nicht umsonst: begrüßte uns doch ein wirklich toller Sonnenaufgang hier in der Wüsste von Nevada. Die Sonnenstrahlen drängten sich zwischen den Hotels hindurch.
Jetzt müssen wir die noch etwas kühlere Luft draußen und die Ruhe nutzen, um etwas zu Essen zu suchen. Schon bald wird es wieder zu warm dafür sein und nicht mehr lange und die Menschenmassen werden einem wieder begegnen.
Mehr dann heute Abend oder Morgen.