Urlaub in Las Vegas - Tag 3 von Nocturne zum Thema private void - Sa, 28.08.2010

Nachdem wir gestern aufgrund der Zeitumstellung schon sehr zeitig aufgestanden sind, machten wir uns auf die Suche nach Nahrung. Wir gingen dann schließlich ins "BB King", welches den ganzen Tag über Essen und Getränke anbietet und sich direkt in der Lobby im Hotel befindet. Dort aßen wir dann für stolze 30 Dollar für uns beide zusammen. Dafür bekam ich ein typisch amerikanisches Frühstück: ein Bagel, belegt mit gebratenem Schinken und Spiegelei, dazu so eine Art Bratkartoffeln. Meine Freundin aß Bagel mit Marmelade und Frischkäse. zu Trinken gab es Kaffee und Tee. Schnell war uns klar, dass uns das deftige Frühstück der Amerikaner nicht zusagt. Heute Morgen verzichtete ich auf Ham & Eggs und aß ebenfalls Marmelade und Frischkäse. Dafür gönnte ich mir einen Becher frisch gepressten Orangensaft. Dass er wirklich frisch gepresst war, bezweifle ich mal, aber zumindest schmeckte er so. Doch auch heute kostete uns das Frühstück 25 Dollar. Morgen werde ich dann den O-Saft weg lassen, dann dürften wir zusammen auf etwa 20 Dollar kommen. Ich glaube viel günstiger kann man in Las Vegas nicht frühstücken, selbst mit dem so reichhaltigen Angebot an Fastfood nicht.

Da wir schon beim Essen sind, irgendwann muss dieses ja auch wieder raus. In dem Zusammenhang möchte ich noch ein paar Worte zu den amerikanischen Toiletten verlieren. Entgegen allem was ich bisher kannte, wird hier der Inhalt nicht mit Wasser runter gespült. Stattdessen ist in der Schüssel immer Wasser drin, welches dann zusammen mit den Hinterlassenschaften abgesaugt wird. Das ist wirklich ziemlich spektakulär, v.a. auch das Geräusch. Das Prinzip gefällt mir spontan besser als die in Deutschland üblichen Tief- und Flachspüler.
Weiterhin scheint es so zu sein, dass man in Amerika offensichtlich keine Toilettenbürste benutzt. Zumindest ist diese nicht vorhanden. Ich nehme an, dass bei der Spültechnik es nur selten vorkommt dass noch Reste in der Schüssel verbleiben. Wie gesagt: mich hat sie überzeugt.

Dann ist mir noch aufgefallen, dass anscheinend sämtliches Wasser hier in Las Vegas mit Chlor versetzt ist. Beim Hände waschen, beim Duschen, aber selbst das Wasser draußen bei Teichen und Springbrunnen riecht verdächtig danach. Unsere Getränkeflasche, die wir jeden Tag mit auf Tour nehmen möchte ich damit besser nicht ausspülen.

So, wir sind jetzt den zweiten Tag hier in Las Vegas und es ist sehr warm. In der Mittagszeit hält man es draußen kaum aus. Zum Glück ist hier in Las Vegas, alles was 4 Wände hat klimatisiert. Ja, das ist echt krass: Man betritt einen Fahrstuhl, mitten in der Stadt um zu einer Straßenüberführung hinauf zu fahren und dieser ist klimatisiert. Jedes Hotel aber auch jeder kleine Laden, jedes Cafe und jedes Restaurant ist klimatisiert. Die Chancen dass ich mich beim ständigen Wechsel von 40 Grad im Schatten und dann den 20 Grad drinnen noch erkälten werde, stehen ganz gut.
An der Stelle kann man auch gleich mal ganz gut die unglaublich große Verschwendung hier in Las Vegas ansprechen. Amerika ist ja allgemein nicht für seine Zurückhaltung bekannt, aber was hier in Las Vegas abgeht entbehrt jeglicher Vernunft. Die Klimaanlagen laufen auf Hochtouren, trotzdem sind sämtliche Türen und Fenster offen. Es genügt bereits an einem Geschäft vorbei zu gehen und je nachdem wie der Wind steht ist es einmal heiß und einmal kühl. Die Taxen warten an den Hotels sicher mehrere Minuten wenn nicht länger, bis es mal in der Reihe wieder vorwärts geht. Insgesamt dauert es bestimmt Stunden, ehe sie am Eingang sind und ein Fahrgast einsteigt. Selbstverständlich läuft dabei die ganze Zeit der Motor, die Klimaanlage braucht's ja. Aufgrund der großen Hitze gibt es hier auch überall "Cooling Stations" wo Wasser zerstäubt und mittels eines Ventilators verteilt wird. Solche Dinger stehen an vielerlei Ecken, in Restaurants hängen solche Wasserdüsen sogar in unmittelbarer Nähe zu den Sitzplätzen. Zugegeben es erfrischt, aber es ist auch ein weiteres Beispiel für diese unglaubliche Verschwendung hier. Dass all die bunten Leuchtreklamen, Videoleinwände und Lautsprecheranlagen gerade nachts unvorstellbar viel Stromkosten produzieren müssen, hab ich mir ja vorher schon gedacht. Auch wenn ich das Ausmaß mir zuvor nie hätte vorstellen können. Es gibt am Strip keinen Ort an den man sich stellen könnte von dem aus man keine Leuchtreklame sehen würde. Die Dinger sind einfach überall.

Auf unserer gestrigen Tour gingen wir erneut am Strip entlang und fanden dort das "Harley Davidson Cafe". Schön im Rockerstil eingerichtet, ließen wir uns zu einem Tisch führen und genehmigten uns 2 Pepsis. Getreu dem Motto "bigger is better" bekamen wir zwei kleine 1-Liter Becher für 5 Dollar das Stück. Hatte ich schon gesagt, dass es in Las Vegas praktisch nichts gibt, das günstig ist? Hier ist alles teuer.
Nun gut, für 10 Dollar erfrischt, aber dafür bekamen wir in dem Cafe auch etwas wirklich Spektakuläres geboten. Direkt über unseren Köpfen wurden Motorräder, die an einer Schiene befestigt waren, quer durchs Cafe gezogen. Die Maschinen vollzogen dabei eine kleine Achterbahnfahrt, hinauf in die obere Etage und dann schließlich wieder nach unten, da wo wir saßen. So kreisten die Harleys ständig über unseren Köpfen. Jeder da mal in Las Vegas ist, sollte dies mal erlebt haben, denn es ist eines der eher unscheinbaren Highlights, das aber trotzdem genauso begeistert. Und, von den Getränken mal abgesehen, es ist kostenlos. Davon findet man hier ja nicht all zu viel.

Als wir dann weiter gingen kamen wir noch am Hotel "New York - New York" vorbei, welches ganz im Stile der namens gebenden Stadt eingerichtet ist. Draußen am Eingang wird man von einer verkleinerten Nachbildung der Freiheitsstatue begrüßt. Im Inneren befinden sich kleinere Cafés und Restaurants. Die Besonderheit ist, dass hier komplette Straßenzüge aus New York nach gebaut worden sind, oder sich zumindest daran anlehnen. Man befindet sich plötzlich in kleinen Straßen und Gassen und hat tatsächlich das Gefühl in New York zu sein. Derweil befindet sich das alles IM Hotel, direkt neben den Spielautomaten. Ziemlich beeindruckend, aber im benachbarten "Caesar Palace" befindet sich etwas Ähnliches, jedoch mit dem Unterschied dass hier römische Wahrzeichen ihren Platz fanden. Auch hier hat man den Eindruck sich mitten in Rom zu befinden. Alles wurde mit viel Liebe zum Detail nachempfunden: Statuen, Springbrunnen, Sitzbänke usw. Einzig am "Himmel" merkt man, dass das alles nicht echt ist, obwohl man selbst da zwei mal hinschauen muss.

Als letztes Highlight des gestrigen Tages kann ich noch erwähnen, dass wir 2 Karten für David Copperfield bekommen haben! Ich hätte ja nie gedacht, dass das so spontan möglich ist. Aber als wir das MGM Grand Hotel betraten, erspähte ich kurz darauf einen Ticket-Verkaufsstand. Da stand auch komischerweise kaum jemand, sodass wir uns einfach mal anstellten. Kurz darauf waren wir dran, und statt eines "leider ausgebucht" womit ich eigentlich gerechnet hatte, fragte man uns wann wir denn wollen. Er tritt die nächsten Wochen täglich 2 mal auf und könnten überall noch Karten bekommen. So kam es dass wir heute Abend David Copperfield live erleben werten. Unglaublich, ich bin jetzt schon total aufgeregt. Preislich ist das für Las Vegas sogar verhältnismäßig erschwinglich: 99 Dollar kam die Karte. Günstigere Plätze für 69,- Dollar hätte es zwar auch gegeben, aber die waren dann in der letzten Reihe. So sitzen wir im vorderen Drittel :)

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