Urlaub in Las Vegas - Tag 4 von Nocturne zum Thema private void - So, 29.08.2010

Nachdem wir in den letzten zwei Tagen ganz schön Gas gegeben haben und den Strip nun schon mehrfach rauf und runter gegangen sind, sind wir es gestern mal etwas ruhiger angegangen. Direkt gegenüber von unserem Hotel befindet sich das "Venetian", ebenfalls ein Casino Hotel. Das Venetian ist ganz im Stile von Venedig gehalten und reicht locker an das heran was wir bereits im New York - New York oder im Caesar Palace gesehen haben. Dennoch ist das Venetian alles andere als langweilig oder einfallslos, denn man hat hier sogar den Markusplatz nachgebaut sowie ein weit verzweigtes Netz an Wasserstraßen und kleinen Brücken. Auf den Wasserstraßen verkehren natürlich die allseits bekannten Boote und selbst die singenden Gondoliere bringen das venezianische Gefühl gut rüber. Die Wasserstraßen sind einerseits außerhalb des Hotels, aber der vermutlich größere Teil befindet sich drinnen, wo auch zahlreiche Geschäfte und Cafés im selben Stil zu finden sind. An alle dem kann man sich dann eben vorbei "schippern" lassen, oder man geht (wie wir) zu Fuß.
Im Venetian Hotel befindet sich auch ein Wachsfigurenkabinett von Madame Tussauds, zu dem wir eigentlich wollten. Leider war uns der Eintritt mit 25 Dollar pro Person ein wenig zu teuer, zumal die Wachsfiguren am Eingang von Whoopie Goldberg und Indiana Jones noch nicht einmal besonders echt wirkten. im Souvenir-Shop stand auch Jerry Springer, gerade bei ihm hatte ich jedoch den Eindruck, dass die Figuren comic-haft überzeichnet dargestellt werden sollten. Ein Grund mehr sich das Geld zu sparen.

Nachdem wir das Venetian verlassen hatten wollten wir rüber zum Bellagio, um uns dort die Wasserfontänen anzuschauen, die dort alle halbe Stunde ein großes Spektakel sind. Jeder der früher "Eine schrecklich nette Familie" oder kurz "Al Bundy" gesehen hat, wird sich vielleicht noch an den Vorspann erinnern. Dieser beginnt ebenfalls mit einer Szene, in der kurz die Wasserfontänen des Bellagio gezeigt werden. Wer damit nicht viel anfangen kann, dem sei noch gesagt, dass das Bellagio eins der teuersten, wenn nicht sogar das teuerste, Hotel in Las Vegas ist.

Auf dem Weg dorthin kamen wir noch am "Casino Royale" vorbei, dem Namensgeber für den ersten James Bond Film mit Daniel Craig in der Hauptrolle. Das Casino Royale ist ein wirklich großes Casino, meiner Meinung nach sogar um einiges größer als die Casinos in den meisten Hotels. Dort trat dann auch völlig unverhofft Lady Gaga mit "Bad Romance" auf. Wie sich schnell heraus stellte, handelte es sich dabei aber leider nicht um die echte, sondern nur um ein Double. Aber das gibt schon mal einen kleinen Vorgeschmack, denn für nächstes Jahr ist Lady Gaga ganz groß angekündigt. Das verlautbaren zumindest zahlreiche Videoleinwände und auch an vielen Ecken läuft ihre Musik.
Übrigens läuft hier am Strip fast überall Musik, aber in der Regel nicht zu laut und damit auch nicht nervig. Im Gegenteil: wenn man den Strip entlang geht, ist es toll ständig etwas Musik zu hören, anstatt des Verkehrslärms. Selbstverständlich passt die Musik jeweils zum aktuellen Ort, so kann man am Hard Rock Café keinen Pop erwarten ;)

Anschließend gingen wir erneut in den Caesar Palace, um uns dort die "Moving Statues" und die Lasershow anzuschauen, die dort stündlich zu bestaunen ist. Direkt im Hotel befinden sich die bereits erwähnten römischen Wahrzeichen und Statuen. An einem Ort, wo ein paar Statuen an einem Brunnen zu sehen sind, wird regelmäßig eine kleine Geschichte über Lautsprecher erzählt zu der sich die Statuen dann bewegen. Eine kleine Lasershow sorgt zusätzlich für Unterhaltung. Leider haben wir von dem Gesagten nicht all zu viel verstanden und so war die Show insgesamt nicht sonderlich beeindruckend. Trotzdem war es einen Besuch wert, zumal auch das zu den kostenlosen Attraktionen in Las Vegas zählt.

Mittlerweile war es auch schon wieder Mittagszeit und uns plagte etwas der Hunger. Im Hotel "Harrahs" entdeckten wir dann eher zufällig ein Subway und eine Burger King Filiale. Da ich die Burger ohnehin mit denen in Deutschland vergleichen wollte, entschlossen wir uns für ein Fast Food Mittagessen bei Burger King. Die Burger sind absolut identisch mit denen bei uns. Ganz im Gegensatz zu McDonalds, so es hier in den USA zwar auch einen BicMac gibt, statt Royal TS kennt man hier aber z.B. den Quarter Pounder. Doch das muss ich bei Gelegenheit nochmal austesten gehen.
Wirklich erstaunt war ich aber über die Preise bei Burger King. Ein komplettes Menü mit 1 Liter Cola (das ist hier die Medium-Größe), einem Doppel-Whopper und einer mittleren Pommes, kostet hier nur 6,99 Dollar. Also in etwa vergleichbar mit dem Preis in Deutschland, wenn nicht sogar etwas preiswerter. Kurz dachte ich daran, wie ich Tags zuvor noch im Harley Davidson Café allein für die Cola (auch 1 Liter) 5,- Dollar zahlte. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sagen werde, aber bei Burger King kann man echt günstig essen. Zumindest hier in Las Vegas. Für uns beide zusammen machte das ungefähr 10 Dollar. Allein das Frühstück im Hotel kostete schon das doppelte. Ich denke in den nächsten Tagen werden wir wohl das ein oder andere mal Mittag bei Burger King essen gehen.

Nach dem Essen nahmen wir wieder den Weg zu unserem ursprünglichen Ziel, dem Bellagio, auf. Spontan entschieden wir uns für einen kleinen Umweg, und verließen den Strip, um auch mal einen ersten Eindruck von Las Vegas außerhalb des ganzen Glamours zu erhalten. Nun ja, es war nicht weiter verwunderlich, aber bereits wenige hundert Meter entfernt vom ganzen Trubel macht sich dann schnell Ernüchterung breit. Da finden sich dann Tankstellen, kleinere Läden, verlassene Gebäude, brach liegende Grundstücke, v.a. aber auch Müll und wenig grün. Also so ziemlich das Gegenteil zu den großen Hochhäusern, den bunten Reklameschildern und der fast schon perfekt wirkenden Umgebung mit viel Palmen, Parks, Wiesen und Springbrunnen. Direkt am Strip könnte man vermutlich sogar vom Boden essen so sauber ist dort alles. Weniger Meter abseits davon muss man schon aufpassen nicht in irgendwas hinein zu treten. So extrem ist der Unterschied dort. Doch wir werden die Straßen abseits des Strips demnächst sicher nochmal erkunden, um so einen weiteren Einblick zu erhalten. Auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel hatte ich jedenfalls nicht diesen extremen Unterschied feststellen können. Möglicherweise waren wir nur zufällig in einem etwas herunter gekommenen Gebiet gelandet.

Nach unserem kleinen Abstecher kamen wir dann schließlich beim Bellagio an und genossen das Spiel der Fontänen. Das ganze wir begleitet von Musik, zu derer im Takt darauf abgestimmt, Wasserfontänen nach oben schießen und dadurch interessante Figuren zeichnen. Dies wirkte bereits am Tage schon sehr schön, eine wirkliche Augenweide wird es jedoch erst nachts. Dort wird die Show noch von interessanterweise Lichteffekten begleitet. Auch war die Musik bis jetzt jedes Mal anders, und somit auch das Spiel der Fontänen. Es lohnt sich also mehrfach dort vorbei zu schauen, wenn man mal in Las Vegas ist.

Wie bereits erwähnt, hatten wir am Vortag Karten für David Copperfield bekommen. Bevor die Show los ging, ruhten wir uns noch etwas im Hotelzimmer aus. Anschließend gingen wir ganz gemütlich ins MGM Grand Hotel, wo die Show dann um 19:30 Uhr statt fand. Wir waren pünktlich da und man zeigte uns unsere Plätze, die wirklich sehr gut waren. Der Saal war nicht all zu groß und so hatten wir einen super Blick auf die Bühne. Getränke verkniffen wir uns während der Vorstellung, denn die waren hier nochmal teurer als es durchschnittlich in Las Vegas der Fall ist. Es ging dann auch recht pünktlich los und die gesamte Show war sehr unterhaltsam und einmal lief er direkt an unserem Tisch vorbei. David Copperfield ist wirklich eine Sensation und jeden Dollar wert gewesen. Auch wenn die Tricks die er zeigte, keine Weltklasse waren und von jedem besseren Magier ebenfalls hätten gezeigt werden können. Doch was David Copperfield ausmacht, ist neben seinem Namen v.a. auch seine Ausstrahlung und sein Wortwitz. Es ist eine Mischung aus Magie und Comedy. Die knapp 1,5 Stunden waren dann leider auch sehr schnell vorbei. Für mich zählt jedenfalls der Besuch bei David Copperfield bereits jetzt zu den Highlights des Las Vegas Urlaubs.

Urlaub in Las Vegas - Tag 3Urlaub in Las Vegas - Tag 5