Abgeschreckt von den Erfahrungen der letzten Tage, beschlossen wir gestern nicht wieder im BBs frühstücken zu gehen. Leider sind die Alternativen nicht all zu groß. Doch abermals wurden wir im Walgreens, wo wir bereits Obst und diverse andere Sachen kauften, fündig. Dieses Mal kauften wir uns Sandwiches sowie Danone Joghurt und natürlich auch wieder etwas Obst. Zum ersten Mal schmeckte uns das Frühstück hier richtig gut, auch wenn Kaffee und Tee es noch perfektioniert hätten. Abends gab es dann einen Salat mit Dressing. Somit haben wir gestern recht günstig und gesund gegessen und geschmeckt hat es obendrein auch noch.
Da sich meine Freundin in den letzten Tagen, bedingt durch die extremen Temperaturunterschiede - draußen 35 Grad, drinnen 20 Grad - etwas erkältet hatte, haben wir gestern auch nichts weiter unternommen. Deshalb fasse ich dieses Mal den gestrigen und den heutigen Tag zusammen, da es sonst nicht all zu viel zu erzählen gäbe.
Die Erkältung meiner Freundin ließ uns erneut ins Walgreens gehen, denn dort gibt es so ziemlich alles, auch Medikamente und sogar einen richtigen Arzt. Die Medikamente stehen jedoch zur Selbstbedienung im Regal. Man hat hier in Amerika eine riesige Auswahl an Medikamenten, das meiste davon würden in Deutschland entweder gar nicht erst erscheinen oder ist verschreibungspflichtig bzw. nur in der Apotheke erhältlich. Hier hingegen sind Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol frei erhältlich, ohne dass jemand darauf achtet, wer diese Sachen wofür und in welcher Menge kauft. Dafür sollen die hier erhältlichen Mittel aber auch schneller anschlagen, vermutlich frei nach dem Motto "viel hilft viel und eventuelle Nebenwirkungen gehören zum normalen Risiko". Obwohl der Hustensaft artige Trunk gut wirkte und bislang keine Nebenwirkung auftraten, mussten wir jedoch den für gestern geplanten Hubschrauber-Flug über Las Vegas auf Freitag verschieben. Zum Glück war dies problemlos möglich.
Heute früh mussten wir zeitig aufstehen, da wir bereits um 8:30 Uhr vor dem Hotel zu einer mehrstündigen Stadtrundfahrt abgeholt worden. Insgesamt waren wir 3 deutsche Pärchen, die in einem Kleinbus durch ganz Las Vegas gefahren wurden. Unsere Fahrerin war eine deutsche Auswanderin, die vor Jahren einen amerikanischen Soldaten geheiratet hat, dann nach Las Vegas zog und hier jetzt Stadtrundfahrten anbietet. Somit konnten wir alles verstehen und haben noch viel über die Stadt erfahren.
Zuerst ging es nach Downtown quasi die Altstadt von Las Vegas, wo vor über 100 Jahren die Stadt gegründet wurde. 1906 eröffnete hier das erste Hotel. Während in den Casinos am Strip fast ausschließlich nur noch mit Geldscheinen an den Spielautomaten gezockt werden kann, befinden sich hier noch Automaten die man mit Münzen füttern kann. Hier stehen die Menschen noch mit Drinkbechern voller Münzen am Automaten - ganz so wie man es aus dem Fernsehen kennt. Auch sind hier einige originale Spielautomaten aus den ersten Jahren ausgestellt. Neben den ersten Hotels von Las Vegas, wie dem "Golden Nugget" wo ein 30 kg schwerer Goldklumpen ausgestellt ist, befindet sich in Downtown die Fremont Street. Sie ist neben dem Strip die bekannteste Straße von Las Vegas und steht im ständigen Wettstreit um die beliebteste Besucherattraktion der Stadt. Das beeindruckendste was die Fremont Street zu bieten hat, ist die Kuppel die die komplette Straße überdacht und mit 450 Metern Länge zugleich das größte LED-Display der Welt ist. In der Nacht schalten die angrenzenden Hotels ihre Beleuchtung teilweise aus und auf dem Bildschirm finden diverse Shows statt. Ich hoffe dass wir trotz vollem Terminkalender mal noch Zeit finden werden, um uns das live bei Dunkelheit ansehen zu können. Davon abgesehen bietet die Fremont Street heutzutage leider kaum noch Attraktionen, abgesehen vom typischen "Vegas Vic" einem sehr bekannten Cowboy bestehend aus Leuchtstoffröhren. Seit dem Bau der Mega-Casinos am Strip, hat sich das Zentrum der Stadt mehr und mehr dahin verlagert.
Anschließend führte die Tour zum Anwesen "little bavaria" von Siegfried und Roy, die bis zum tragischen Unfall regelmäßig im Mirage auftraten und sich anschließend hierhin zurück zogen. Heute sollen sie hauptsächlich hier aber von der Außenwelt weitgehend zurück gezogen leben. Unsere Reisebegleitern meinte, dass sie einmal Siegfried hier angetroffen hat. Von außen lassen lediglich die Initialen "SR" darauf hindeuten, wer hier in dieser riesigen Villa residiert. Mist, ich hätte mal schauen sollen was auf dem Briefkasten stand :) Ansonsten sieht man nicht all zu viel. Eine große Mauer schirmt Blicke weitgehend ab, an den Eingängen kann man viel Grünes und ein sehr gepflegtes Umfeld erkennen, was aber beides nichts Besonders für dieses Viertel ist. Selbstverständlich sind auch überall Kameras angebracht.
Nachdem alle ihre Fotos gemacht hatten ging es dann weiter in die Wohnviertel von Las Vegas. Dort sahen wir dann die typischen Reihenhäuser, hier in Form von Flachbauten und auch Supermärkte wie Wal Mart, Banken und alles was sonst üblicherweise in einer Stadt zu finden ist. Hier sieht Las Vegas wie jede andere amerikanische Stadt aus. Kurz danach erreichten wir eine noble Wohngegend. Hier hatte man vor einigen Jahren ein größeres Stück Land gekauft und darauf Musterhäuser platziert. Da die Preise zu dem Zeitpunkt noch recht günstig waren, fanden sich schnell Käufer, die dann individuell ihr Haus dort errichten ließen. Obwohl die Häuser auf den ersten Blick sehr ähnlich wirken, unterscheiden sie sich doch alle. Es wurde bei der Planung darauf geachtet, dass nicht zwei identische Häuser direkt nebeneinander stehen. In dieser Gegend ist alles auf Perfektion getrimmt. Die Anwohner bezahlen 50 Dollar pro Monat dafür, dass der alles so sauber und ordentlich gehalten werden kann und tatsächlich sieht hier der Rasen aus, wie mit der Nagelschere geschnitten. Die Straßen sehen alle wie frisch gebaut aus, kein einziges Schlagloch, kein herumliegender Müll eine perfekte Idylle, in der es sich mit Sicherheit gut leben lässt. Angesichts der Tatsache dass hier nie Schnee fällt und die Temperaturen im Winter höchstens nachts mal unter Null Grad fallen, könnte man da schon schwach werden :)
Anschließend ging es weiter zu "Sun City", einem weiteren Stadtteil von Las Vegas. Optisch unterscheidet es sich zunächst kaum zu dem noblen Wohnviertel, in dem wir zuvor waren. Der Unterschied liegt in erster Linie im Altersdurchschnitt der Bewohner. Sun City ist ein "Rentnerviertel", welches ähnlich auch in anderen großen Städten in Amerika gibt. Wohlhabende Leute denen ihr Haus zu groß und die Nachbarn zu laut werden, ziehen sich dann in solche Viertel zurück, wo zahlreiche Gemeinschaftszentren und Golfplätze den Lebensabend sehr angenehm gestalten.
Sun City befindet sich ziemlich am Rand von Las Vegas, ganz in der Nähe der Berge, die Las Vegas umschließen. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf die gesamte Stadt. Schade dass wir nicht kurz anhielten um Fotos machen zu können. Ob die Aufnahmen vom Camcorder aus dem fahrenden Bus heraus brauchbar sind, wird sich noch zeigen müssen.
Zum Schluss der Stadtrundfahrt ging es erneut den Strip entlang. Da wir aber die letzten Tage hier schon mehrfach auf und ab gelaufen sind, sahen wir hier im Prinzip nichts neues. Bevor man uns wieder am Hotel absetzte, buchten wir für Freitag gleich noch eine Fahrt zum Hoover Staudamm, den wir gern noch sehen wollten.
Mittagessen gingen wir diesmal bei McDonalds. Eigentlich wollte ich ja wieder zu Burger King um für 6.99 Dollar ein komplettes Menü zu bekommen, aber wir fanden es nicht gleich und gingen daher zu McDonalds, wo wir nur minimal mehr bezahlten. Da sich meine Freundin noch von ihrer Erkältung erholen muss und wir morgen noch einiges erleben wollen, haben wir uns am Nachmittag geschont und uns auf unser Hotelzimmer zurück gezogen.