Urlaub in Las Vegas - Tag 9 von Nocturne zum Thema private void - Sa, 04.09.2010

Gestern Früh wartete eine weiße Stretch-Limousine auf uns vor dem Hotel, die uns anschließend zum "Mariage Bureau" brachte. Dort erhielten wir dann relativ unkompliziert eine Heiratslizenz für Nevada. Anschließend ging es wieder per Limousine weiter zu einer kleinen romantischen Hochzeitskapelle namens "Special Memory Wedding Chapel". Solche Kapellen gibt es verteilt in ganz Las Vegas. Bei manchen erkennt man jedoch nur am Namen, was es sein soll. Zum Glück hatten wir eine richtige kleine weiße Kapelle bekommen, mit grünem Rasen drum herum und natürlich der obligatorischen USA-Flagge. Auch wenn rund herum Großstadt vorherrscht, so wirkt diese Kapelle an ihrem Platz wie eine kleine Insel, die da eigentlich gar nicht hingehört. Wir waren jedenfalls sehr angetan von ihr. Drinnen erwartete uns dann ein deutschsprachiger Minister, der uns kurz den Ablauf erklärte und uns damit beruhigte, dass wir uns um nichts weiter zu kümmern hätten. Nach dem Umziehen, zogen wir dann vor den Altar. Der Raum ist ähnlich wie eine typische deutsche Kirche aufgebaut: links und rechts die Sitzbänke, in der Mitte ein Gang mit rotem Teppich und vorn in der Mitte ein Altar, nur halt alles eine Nummer kleiner. Kurz darauf begann der Minister seinen Vortrag, wir sagten "JA", steckten uns die Ringe an und waren verheiratet :) So schnell und einfach kann es gehen, auch wenn uns unsere Angehörigen in dem Moment natürlich schon gefehlt haben.
Nach der Trauung, die insgesamt ca. 10 Minuten ging, wurden noch zahlreiche Fotos gemacht, die wir anschließend auf CD mitbekamen. So wie ich das verstanden habe, bekommen wir aber auch noch ein richtiges Foto-Album nach Deutschland nach geschickt. Die gesamte Trauung wurde zudem auf Video aufgezeichnet, sodass wir zuhause dann wenigstens zeigen können, wie alles abgelaufen ist. Das befürchtete "Husch Husch" und alle 15 Minuten wird ein anderes Paar verheiratet trat zum Glück nicht ein. Wir hatten genügend Zeit um uns um zu ziehen und alle Fragen zu klären. Insgesamt wurde viel Wert darauf gelegt, dass alles doch sehr romantisch abläuft. Erst als wir gingen, kam das nächste Pärchen. Ich vermute die Trauungen werden im Stundentakt vollzogen, je nach Nachfrage.

Nachdem uns die Limousine wieder am Haupteingang des Mirage Hotels abgesetzt hatte, machten wir uns kurz frisch und gingen anschließend ins Steakhouse. Diese sind hier in Amerika sehr weit verbreitet und bieten Menüs, in denen riesige Steaks im Mittelpunkt stehen. Als Vorspeise gab es einen wirklich leckeren Salat, serviert mit frisch gebackenem Brot. So was hatten wir von Amerika nicht erwartet. Es schmeckte unbeschreiblich gut.
Dann kam das Hauptmenü, ein wirklich großes Stück Steak, mit Pommes als Beilage und garniert mit Pilzen in Weinsauce. Auch das schmeckte vorzüglich, auch wenn man die Portion kaum zu schaffen war und man sich hinterher fast schon wieder unwohl fühlte. Zum ersten Mal jedoch kann ich behaupten, dass mir amerikanisches Essen, das zudem kein Fast-Food ist, richtig gut geschmeckt hat.

Den Nachmittag ließen wir im Hotel ausklingen. Am Abend als es bereits dunkel geworden war, schauten wir uns eine Show an, die unser Hotel jeden Abend mehrfach kostenlos veranstaltet, wir aber bislang noch nicht genießen konnten. Ähnlich wie die Fontänen vom Bellagio, findet regelmäßig nach Einbruch der Dunkelheit ein Vulkanausbruch vor dem Hotel statt. Natürlich ist es kein echter Vulkan, sondern Wasser, das von unten rot angeleuchtet wird. Doch aus der Ferne aus der man es betrachtet, wirkt es schon sehr echt. Unterstützt wird das Spektakel durch zahlreiche Flammen und Feuer, die zudem auch das Wärmegefühl vermitteln, was die Illusion noch perfekter erscheinen lässt. Während der ganzen ca. 5 Minütigen Dauer, wird Musik gespielt, die den Ausbruch der "Lava" akustisch unterstützt. Man wählte dazu eine Mischung aus Trommeln und Bongos. Wie ich finde sehr gut gewählt und wirklich sehenswert.

Nachdem wir den Vulkanausbruch hinter uns hatten, gingen wir ins benachbarte Hotel "Treasure Island" wo ebenfalls jeden Abend eine kostenlose Vorstellung gegeben wird. Hierbei handelt es sich um "The Sirens of TI", eine Art Musical, direkt vor dem Hotel. Vor dem Hotel befindet sich ein Wassergraben, in dem 2 Holzschiffe schwimmen. Als das Spiel beginnt nehmen die Sirenen einen Piraten gefangen. Es dauert nicht lange bis die Piraten-Brüder mit ihrem Schiff heran nahen, um ihren Kumpanen zu befreien. Eine volle Breitseite beschädigt das Schiff der Sirenen zwar schwer, diese jedoch wehren sich mit einem, bezirzenden Gesang, der das Schiff der Piraten untergehen lässt. Doch die Piraten schwimmen zum Schiff der Sirenen und es kommt zum erbitterten finalen Kampf.
Das ganze ist absolut filmreif inszeniert, mit sehr viel Pyrotechnik und Feuer. Es wird gekämpft, aber auch getanzt und gesungen. Matrosen springen spektakulär ins Wasser und das Schiff der Piraten geht richtig unter, nach dem Angriff der Sirenen. Wirklich Klasse gemacht und absolut sehenswert, noch dazu weil es kostenlos ist. Als Zuschauer kann man sehr nah ans Geschehen ran und somit auch schon mal nass werden, wenn die Kanonenkugeln das Zielverfehlen und im Wasser neben einem einschlagen. Aus Gründen der Sicherheit fliegen hier natürlich keine echten Kugeln, aber die Illusion ist perfekt und das Wasser definitiv auch ;)

Anschließend zogen wir uns auf unser Hotel-Zimmer zurück und ließen den Abend mit einer Flasche Champagner ausklingen. Ja, in Las Vegas wird gekleckert, nicht geklotzt. Nun ja, die Flasche war noch eher im unteren Preissegment angesetzt und wir beide wollten es schon lange mal ausprobieren.

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